Der LG DualUp ist kein normaler Office-Monitor, sondern ein Spezialist für Arbeit mit vielen Fenstern, langen Texten und wenig Platz auf dem Schreibtisch. Sein 16:18-Format wirkt zuerst ungewohnt, liefert im Alltag aber genau dort Vorteile, wo klassische 16:9-Bildschirme schnell an Grenzen stoßen. Ich zeige, was das ungewöhnliche Format bringt, welche technischen Werte wirklich zählen und für wen sich der Aufpreis lohnt.
Die wichtigsten Fakten zum ungewöhnlichen Arbeitsmonitor
- 27,6 Zoll und 16:18-Format statt klassischem Breitbild.
- 2560 x 2880 Pixel liefern viel vertikale Fläche für Dokumente, Code und Tabellen.
- USB-C mit bis zu 90 W macht den Monitor für Notebook-Setups besonders praktisch.
- KVM, PBP und USB-Hub vereinfachen den Wechsel zwischen zwei Rechnern.
- 60 Hz und 5 ms sind solide für Büroarbeit, aber nicht auf Gaming ausgelegt.
- 98 % DCI-P3 und Nano IPS sprechen auch für Bildbearbeitung mit moderaten Ansprüchen.

Warum das Hochformat im Büro erstaunlich gut funktioniert
Die Grundidee hinter diesem Monitor ist schnell erklärt: Statt Breite zu maximieren, setzt er auf Höhe. Das 16:18-Format entspricht praktisch zwei übereinander liegenden 16:9-Flächen und schafft damit eine Arbeitslogik, die ich vor allem bei Text, Code, E-Mail und Tabellen deutlich angenehmer finde als bei einem breiten Bildschirm mit ständigem Scrollen.
Die native Auflösung von 2560 x 2880 Pixeln ist dabei kein Gimmick, sondern der eigentliche Clou. Sie liefert genug Platz, um ein Dokument offen zu halten, daneben ein Recherchefenster und darüber noch einen Messenger oder eine Vorschau. Genau diese vertikale Ruhe ist der Punkt, an dem der DualUp im Alltag gewinnt.
LG beschreibt das Gerät sinngemäß als Ersatz für zwei klassische Monitore. Diese Lesart passt, solange man nicht zwei völlig getrennte Arbeitsplätze braucht, sondern eine zusammenhängende Fläche mit wenig Kabelchaos und ohne störende Rahmenkante in der Mitte.
Diese technischen Daten zählen wirklich
Bei einem Spezialmonitor entscheidet nicht die Marketingformel, sondern die Summe der Werte. Hier ist für mich entscheidend, was die Daten im Alltag bedeuten und nicht nur, wie gut sie auf dem Papier aussehen.
| Kriterium | Wert | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|
| Diagonale | 27,6 Zoll | Groß genug für mehrere Fenster, aber kompakter als zwei 27-Zöller nebeneinander. |
| Seitenverhältnis | 16:18 | Mehr vertikale Fläche, weniger Scrollen, besser für Arbeit als für Filmkonsum. |
| Auflösung | 2560 x 2880 | Sehr scharf, mit rund 7,37 Millionen Bildpunkten und viel Platz für produktive Layouts. |
| Panel | IPS / Nano IPS | Stabile Blickwinkel und ordentliche Farbdarstellung für Office und Content-Arbeit. |
| Helligkeit | 300 cd/m² typisch | Für Innenräume gut, in sehr hellen Büros oder direkt am Fenster aber nicht überragend. |
| Farbraum | 98 % DCI-P3 | Für kreative Arbeiten interessant, sofern du keine strenge Referenzklasse brauchst. |
| Bildwiederholrate | 60 Hz | Genau richtig für Büro, aber ohne Reserven für schnelles Gaming. |
| Reaktionszeit | 5 ms GtG | Unauffällig im Alltag, für schnelle Shooter aber nicht das Hauptargument. |
| Anschlüsse | 2 x HDMI, 1 x DisplayPort 1.4, 1 x USB-C | Genug Flexibilität für Notebook, Desktop und Konsole oder Dock. |
| USB-C-Leistung | Bis zu 90 W | Ein Kabel kann ein Notebook laden und gleichzeitig Bild sowie Daten übertragen. |
| KVM und USB-Hub | Integriert | Praktisch, wenn Maus und Tastatur zwischen zwei Rechnern wechseln sollen. |
| Lautsprecher | 2 x 7 W | Ausreichend für Calls und Konferenzen, aber kein Ersatz für gute externe Boxen. |
| Standfuß | Ergo-Arm, 100 x 100 VESA | Sehr flexibel, braucht aber mehr Höhe als ein normaler Standardständer. |
Für mich ist die wichtigste Zahl nicht die Diagonale, sondern das Verhältnis aus Fläche, Höhe und Anschlusskomfort. Genau hier spielt der Monitor seine Stärke aus: Er ist weder ein typischer Gaming-Bildschirm noch ein klassischer Design-Referenzmonitor, sondern ein sehr gezieltes Werkzeug für produktive Arbeit.
Für wen sich das Format wirklich lohnt
Ich würde den DualUp vor allem dann empfehlen, wenn dein Arbeitstag aus vielen kleinen Kontextwechseln besteht. Je stärker du zwischen Dokumenten, Browser, Chat, Tabellen und Videocalls springst, desto eher zahlt sich die zusätzliche vertikale Fläche aus.
Für Schreiben, Redaktion und Recherche
Wer Texte schreibt oder recherchiert, profitiert sofort. Ein Dokument kann groß offen bleiben, während rechts daneben Quellen, Notizen oder ein Redaktionssystem stehen. Gerade bei längeren Artikeln oder Protokollen fühlt sich das deutlich ruhiger an als ein breites Display, das alles nebeneinander quetscht.
Für Programmierung und Analyse
Beim Coden ist die Höhe Gold wert. Mehr Zeilen im Editor bedeuten weniger Scrollen und mehr Überblick über den Aufbau der Datei. Auch bei Datenarbeit, Logs oder Dashboards hilft das, weil man Zusammenhänge schneller erkennt, ohne ständig den sichtbaren Ausschnitt zu verschieben.
Für Tabellen, Planung und Finanzen
Spreadsheets profitieren ebenfalls stark. Ich sehe den Vorteil vor allem dann, wenn du mit langen Listen, Filtern, Pivot-Ansichten oder mehreren Tabellenblättern arbeitest. Die zusätzliche Zeilenanzahl ist oft wertvoller als reine Breite, weil sie mehr Daten sichtbar macht, ohne das Fenstergefühl zu zerstören.
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Für Videokonferenzen und Multitasking
Ein Call mit geteiltem Bildschirm, Notizen und Chat ist genau der Fall, in dem das Format Sinn ergibt. Unten der Videocall, in der Mitte das Arbeitsdokument und oben die Kommunikation: Das ist keine spektakuläre, aber eine sehr praktische Anordnung. Wer regelmäßig zwischen Präsenzfenster und Arbeitsfläche wechseln muss, bekommt damit spürbar mehr Ordnung.
Wo die Grenzen des Konzepts liegen
So gut das Format im Büro auch funktioniert, es ist kein Alleskönner. Der DualUp ist ein Spezialist, und das merkt man vor allem dann, wenn du außerhalb von Office, Entwicklung oder Dokumentenarbeit unterwegs bist.
- Gaming bleibt ein Nebenschauplatz, weil 60 Hz und das ungewöhnliche Seitenverhältnis nicht auf schnelle Action ausgelegt sind.
- Filme und Serien wirken auf so einem Panel weniger ideal, weil 16:9-Inhalte oben und unten Platz verschenken.
- Sehr helle Räume können mit 300 cd/m² schnell an die Grenze bringen, besonders am Fenster.
- Webcam fehlt als integrierte Lösung, was bei modernen Arbeitsplätzen ein echter Nachteil sein kann.
- Die Höhe des Setups ist nicht zu unterschätzen: Mit Standfuß ist der Monitor 843,2 mm hoch und braucht entsprechend Platz.
Ich finde das wichtig, weil der Markt solche Formate gern als „alles kann alles“-Lösung verkauft. Das stimmt hier nicht. Der Monitor ist stark, wenn du ihn im richtigen Szenario nutzt, und nur mittelmäßig, wenn du ihn für das falsche Einsatzfeld kaufst.
So richte ich den Monitor sinnvoll ein
Der größte Fehler ist, den DualUp einfach wie einen normalen 27-Zöller aufzustellen. Das Format funktioniert erst dann sauber, wenn du den Arbeitsplatz bewusst darauf ausrichtest.
- Nutze USB-C als Hauptanschluss, wenn dein Notebook das unterstützt. Ein Kabel für Bild, Daten und Laden macht das Setup deutlich sauberer.
- Prüfe die Schreibtischhöhe, bevor du kaufst. Der Monitor ist hoch und wirkt an niedrigen Regalen oder Hängeschränken schnell zu dominant.
- Setze PBP gezielt ein, wenn zwei Geräte gleichzeitig sichtbar sein sollen. Picture-by-Picture ist hier sinnvoll, wenn du etwa Laptop und Desktop parallel nutzt.
- Aktiviere den KVM-Modus, wenn du zwischen zwei Computern mit derselben Maus und Tastatur wechseln willst. Das spart erstaunlich viel Zeit.
- Justiere die Höhe sorgfältig, damit dein Blick nicht ständig nach oben wandert. Gerade bei so einem hohen Panel macht Ergonomie den Unterschied.
- Halte die Helligkeit vernünftig niedrig, wenn du in Innenräumen arbeitest. Für Office genügt oft deutlich weniger als die Maximalleistung.
Die Software-Funktionen wie Dual Controller und OnScreen Control sind dabei kein nettes Extra, sondern die eigentliche Brücke zwischen Hardware und Alltag. Genau so sollte ein Arbeitsmonitor funktionieren: Er soll nicht beeindrucken, sondern Abläufe vereinfachen.
DualUp oder zwei klassische Monitore
Die ehrlichste Frage ist nicht, ob das Konzept spannend ist, sondern ob es besser ist als zwei getrennte Displays. Die Antwort hängt von deinem Arbeitsstil ab.
| Kriterium | DualUp | Zwei klassische Monitore | Mein Eindruck |
|---|---|---|---|
| Platz auf dem Tisch | Sehr ordentlich | Oft breiter und kabelintensiver | Der DualUp gewinnt bei aufgeräumten Setups. |
| Rahmen in der Mitte | Keine störende Trennkante | Immer eine sichtbare Lücke | Das macht sich bei Text und Tabellen sofort bemerkbar. |
| Flexibilität | Ein Panel, ein Format | Sehr frei kombinierbar | Zwei Monitore sind flexibler, wenn du unterschiedliche Aufgaben trennst. |
| Kabelmanagement | Einfacher | Komplexer | Besonders im Homeoffice ein echter Vorteil. |
| Gaming und Medien | Nur bedingt geeignet | Deutlich besser anpassbar | Hier sind klassische Panels die sichere Wahl. |
| Kosten | Im Handel oft ab rund 530 Euro, je nach Verfügbarkeit auch höher | Stark abhängig von Größe und Qualität | Preislich ist das kein Schnäppchen, aber auch kein exotischer Luxus ohne Gegenwert. |
Ich würde es so zusammenfassen: Wenn du eine einzige, ruhige und hohe Arbeitsfläche willst, ist der DualUp spannender. Wenn du dagegen gern ein vertikales und ein horizontales Display separat ausrichtest, bleibst du mit zwei Monitoren freier. Genau an dieser Stelle trennt sich Komfort von Flexibilität.
Wann ich zum DualUp greife und wann nicht
Ich würde dieses Modell kaufen, wenn der Rechner fast jeden Tag für produktive Arbeit läuft und der Schreibtisch nicht zum Kabelfriedhof werden soll. Besonders stark ist es für Redaktion, Entwicklung, Analyse, Beratung und Homeoffice mit vielen Fenstern.
- Ja, wenn du viel vertikal arbeitest und wirklich mehr Zeilen statt nur mehr Breite brauchst.
- Ja, wenn du ein Notebook per USB-C mit einem Kabel anbinden willst.
- Ja, wenn du zwischen zwei Rechnern bequem wechseln möchtest.
- Nein, wenn Gaming, Filme oder maximale Allround-Flexibilität wichtiger sind als produktive Ordnung.
- Nein, wenn dein Arbeitsplatz zu niedrig ist oder der hohe Standfuß nicht sauber untergebracht werden kann.
Für mich ist der DualUp deshalb kein Nischen-Gag, sondern ein sehr klar positioniertes Display für Menschen, die am Schreibtisch wirklich arbeiten. Wer seine Nutzung ehrlich prüft, erkennt schnell, ob dieses Format ein überflüssiger Sonderweg oder genau die richtige Antwort auf zu wenig Struktur am Monitor ist.
